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  • Schweizer Sagenwelt – lassen Sie sich inspirieren
Bald bereut: Die Sage vom Türliwirli.

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Ein Oberemser Bursche heiratete einst das Türliwirli, die Tochter eines Zwerges. Er musste seiner Frau versprechen, sie nie bei diesem Namen zu nennen. Doch eines Tages, als der Oberemser von der Alp nach Hause kam, sah er, dass seine Frau das noch grüne Korn geschnitten hatte. Erbost rief er: „Du vermaledeites Türliwirli“. Auf der Stelle verschwand die Frau und liess den Oberemser mit seinen drei Kindern alleine zurück. Während der Frost das Korn aller Nachbarn zerstörte, hatte das Türliwirli in weiser Voraussicht das noch grüne Korn zum Reifen ins Tenn gebracht. Als der Oberemser dies bemerkte, bereute er seine unbeherrschte Tat noch mehr. Das Türliwirli aber blieb verschwunden. Doch immer wenn der Oberemser wieder auf der Alp war, kam das Türliwirli heimlich, nahm den versteckten Schlüssel und schaute nach ihren drei Kindern. Die Zeit verging und der Oberemser verspürte immer grössere Sehnsucht nach seiner Frau. Da kam ihm eine Idee: Er bat einen Freund, ihn auf der Alp zu rufen, sobald das Türliwirli zu Hause nach den Kindern schaute. So gelang es dem Oberemser, seine Frau wieder zu sehen und inniglich um Verzeihung zu bitten. Von da an lebten die beiden noch manches Jahr glücklich zusammen.
Guter Finderlohn: Das Gold in der weissen Fluh.

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Ganz Wengen wusste früher um den Schatz in der weissen Fluh oben auf Biglenalp. Da ist ein riesiger Haufen Gold verborgen. In einem der höchsten Wipfel der vieltausend Wettertannen auf der Wengernalp hängt ein wunderschöner Schlüssel. Dem Schatzsucher, der das Glück hat, ihn zu finden, öffnet er ein verstecktes Tor in der weissen Fluh. Sobald es in den Angeln knarrt, stürmen zwei blütenweisse Pferde in schnaubendem Galopp heraus. Sie sind beide schwer mit Gold beladen. Wem es einmal gelingt, sie zu stellen, gehören Schimmel und Schatz.
Wunschpartner gesucht: Die Sage vom Sennentuntschi.

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Vor langer Zeit walteten drei grobe Alpknechte in einer abgelegenen Hütte. In der Abgeschiedenheit langweilten sie sich und wurden übermütig. Da nahm der eine ein Stück Holz und schnitzte einen Kopf daraus. Der andere nahm alte Lumpen und ergänzte den Kopf mit einem Kleid. Darauf setzte der dritte das Tuntschi an den Tisch und begann, es mit einem Löffel zu füttern. Da wurde das Holztuntschi lebendig. Die Alpknechte hatten nun ihren Spass mit ihm: Sie tauften es, spielten mit ihm Karten und trieben es gar bunt. Das Tuntschi wurde schön und stattlich und die Sennen begannen es zu umwerben. Als es Herbst wurde und die Sennen ins Tal mussten, gebot das Tuntschi dem Obersenn, mit ihm auf der Alp zu bleiben. Der Obersenn konnte es dem Tuntschi nicht abschlagen und so zogen die beiden andern mit dem Vieh talwärts. Als sie ein Stück Wegs gegangen waren und dem Zurückgebliebenen zuwinken wollten, trauten sie ihren Augen nicht: Zu ihrem Entsetzen sahen sie, wie das Tuntschi die blutige Haut des Obersenns auf dem Hüttendach ausbreitete.
Gutes Geschäft: Die Sage vom seltsamen Esel.

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Ein Oberländer Müller hatte auf dem Markt einen Esel gekauft. Auf dem Nachhauseweg lauerten ihm zwei fahrende Gesellen auf. Ich habe eine Idee, sagte der eine der Gesellen: „Dieser Müller zieht seinen Esel hinter sich her wie einen Karren. Er ist so in Gedanken versunken, dass er sich nie umschaut! Ich binde den Esel los und lasse mich anstelle des Tieres nach Hause führen. Du verkaufst den Esel und wir machen ein gutes Geschäft.“ Und also taten sie es. Nach einer Weile bemerkte der Oberländer Müller verblüfft, dass er keinen Esel, sondern einen Menschen hinter sich herzog. Da sagte der fahrende Geselle zu ihm: Herr Müller, Gott hat mich zur Strafe ein Jahr lang in einen Esel verwandelt. Und eben just ist das Jahr vorbei und ich bin wieder ein Mensch.“ Was blieb dem gutgläubigen Oberländer Müller anderes übrig, als den Gesellen ziehen zu lassen und ohne Esel nach Hause zurückzukehren. Die Gesellen aber machten ein gutes Geschäft und liessen sich in dieser Gegend nicht mehr blicken.
Falsch gerechnet: Die Sage von Neu Falkenstein.

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Finster steht die Ruine von Neu Falkenstein am Eingang des Lobisei-Tales. Dort erzählt man sich die Sage vom «Lobisei-Tüfel». Wehe dem, der dieser unerlösten Mörderseele in dunklen Sturmnächten begegnet. Einst soll ein geldgieriger Senn, der in dieser Gegend einen Hof hatte, einen reichen Metzger umgebracht und verscharrt haben. Doch die Rechung ging nicht auf: Jahre später stiess der Senn beim Umgraben auf einen blutigen Schädel. Es war das Haupt des Metzgers. Kurz darauf wurde der Senn elendiglich dahingerafft. Und seither treibt die unerlöste Seele als «Lobisei-Tüfel» ihr Unwesen.
Der Ackerschatz: Die Sage von Hoisi und dem Hünen.

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Das Aargauer Land ist ein besonderer Landstrich. Gar manche Schätze soll es bergen, aus alemannischer wie aus römischer Zeit. Als Hoisi einst seinen Acker pflügte, traute er seinen Augen nicht: Goldmünzen glänzten zwischen den Ackerfurchen. Hoisi hielt seine Ochsen an und wollte sich nach den Goldstücken bücken. Doch da ertönte ein mächtiger Donnerschlag, und ein schauriger Hünenkrieger, gross wie ein Kirchturm, stand vor ihm. Hoisi aber rannte zum weissen Wegkreuz, das am Feldrand stand. Da fand der Spuk ein Ende. Aber so oft Hoisi danach auch sein Feld umpflügte, der Schatz wollte nie mehr zum Vorschein kommen.
Tatkräftig gehandelt: Die Sage vom Katzenschloss.

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Einst rastete ein edler Ritter im tiefen Wald bei einem Bach. Als er sich wieder aufs Pferd schwingen wollte, umkreiste ihn plötzlich ein ganzer Schwarm grauer Katzen. Sie knurrten und schnurrten und funkelten ihn mit ihren Augen an. Dem Ritter wurde ganz unheimlich zumute. Wie er seinen Weg fortsetzen wollte, bedeuteten ihm die Katzen, ihnen zu folgen. Zögernd folgte der Rittersmann den Tieren, die ihn durch Gebüsch und Dickicht führten. Mit einem Male wurde es strahlend hell, und der Ritter stand vor einem zinnenbewehrten Schloss. Die Zugbrücke war offen, und der Katzenschwarm verschwand im Inneren des Gemäuers. Der Ritter folgte ihnen und gelangte alsbald in einen prächtigen Rittersaal. Auf dem Thron sass eine weisse Katze und sprach zu ihm: «Ein böser Zauberer hat unser Schloss verzaubert, finde die Zauberwurzel und erlöse uns, meine Tochter sei dein Lohn. Du findest die Zauberwurzel auf der Anhöhe bei den drei Kreuzen.» Der Ritter, tatkräftig und kühn, tat wie ihm geheissen. Er ritt zur Anhöhe, doch die Mächte der Finsternis waren ihm auf den Fersen. Er bekreuzigte sich und kämpfte mit Schwert und Schild gegen Höllenhunde und Lindwürmer. Er fand die drei Kreuze, grub die Zauberwurzel aus, ritt zurück und erlöste den verzauberten Hofstaat. Zum Dank machte ihn der König zum Herrscher über sein Reich.
Guter Rat: Die Sage vom Wägitaler Gold.

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Einst soll ein fahrender Italiener ins Wägital gekommen sein. Er liess sich von einem jungen Mann namens Oberlin frühmorgens auf den Fluebrig führen. Abends holte ihn Oberlin wieder ab. Und so ging das mehrere Tage. Eines Abends, als Oberlin den Fremden wieder ins Tal geleiten wollte, war dieser verschwunden. Bald darauf trat der junge Oberlin in römische Kriegsdienste ein. Als Oberlin eines Tages durch die Strassen Roms ging, hörte er aus einem Haus seinen Namen rufen. Er blickte auf und sah einen fein gekleideten Herrn, der ihm zuwinkte und ihn eintreten hiess. Oberlin glaubte, das Gesicht des feinen Herrn zu kennen. Als Oberlin ins Haus eintrat, hatte der feine Herr sein Gewand gewechselt und kam ihm in Bergmannskleidung entgegen. Nun erkannte Oberlin den fahrenden Italiener, den er einst zum Fluebrig geführt hatte, wo der Italiener Gold gefunden hatte. Oberlin erhielt von ihm einen Beutel mit Gold. Allerdings musste er dem feinen Italiener versprechen, die Herkunft des Goldes zu verschweigen. Oberlin kehrte nach Hause zurück und liess sich vom Gold ein schönes Haus errichten. Schnell sprach sich die Geschichte im Wägital herum, auch vermutete man, dass Oberlins Reichtum nicht rechtens sei. Die Familie Oberlin aber wurde wieder arm.
Suche: Die Sage von Rösli und Resli.

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Einst sagte eine kranke Mutter zu ihren beiden Kindern Rösli und Resli: «Geht in den Wald und sucht mir frisches Farnkraut, es wird mich heilen.» Die beiden Töchter machten sich auf. Doch der Wald wurde immer dichter, weit und breit war kein Farn zu sehen. Resli wurde bald müde, sie hatte einen schlechten Fuss und konnte nur langsam laufen. «Geh du weiter», sagte sie zu ihrer Schwester Rösli, «ich warte hier, bis du den Farn gefunden hast.» Und so ging Rösli weiter, bis sie alsbald auf eine Lichtung kam, auf der ein Häuslein stand. Als sie sich dem Häuslein näherte, kam ein altes, schneeweisses Weiblein heraus. Freundlich fragte sie Rösli, was sie hier mache, aber insgeheim sprach sie einen Zauber, sodass Rösli sich nicht mehr vom Fleck bewegen konnte. Aus Röslis Füssen wuchsen Wurzeln, und bald verwandelte sich das Kind in einen Rosenstock. Nachdem Resli lange Zeit vergeblich gewartet hatte, machte sie sich auf, um ihr Schwesterlein zu suchen. Da kam auch Resli auf die Lichtung mit dem Häuslein, sah den Rosenstock und erkannte ihr Schwesterlein. Das alte Weiblein aber wollte auch Resli verzaubern. Doch Resli flehte die Alte an. Da hatte die Alte Erbarmen und sagte: «Geh zum silbernen See, bring eine Schale silbernes Wasser mit und giesse damit den Rosenstock, so wird dein Schwesterchen erlöst.» Resli machte sich auf. Mit letzter Kraft erreichte sie den silbernen See. Erschöpft kühlte sie ihre müden Füsse im See und gewahrte, dass das silberne Wasser ihren schlechten Fuss heilte. Behände eilte Resli mit einer Schale voll Silberwasser zum Häuschen zurück und begoss den Rosenstock. Da wurde ihre Schwester erlöst. Geschwind machten sich die beiden auf den Weg nach Hause. Und links und rechts vom Weg gab es Farn, so weit das Auge reichte.
Hilfreiche Wesen: Die Drachensage vom Pilatus.

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Ein Luzerner Küfer wollte am Pilatus Holz hauen. Es war Winter, und der unachtsame Küfer stürzte in eine Höhle. Als er wieder zu sich kam, gewahrte der Unglückliche, dass er nicht der einzige im dunklen Felsloch war: zwei grausliche Drachen wanden sich in der Tiefe der Höhle. Doch die beiden Lindwürmer fügten dem frommen Küfer kein Übel zu, vielmehr hatten sie Mitleid mit dem armen Menschenwesen. Wie die Drachen, so leckte auch der Küfer an einem kräftigenden Felsen und überlebte so den ganzen Winter ohne Nahrung. Als der Frühling kam, wollten die Drachen ausfliegen. Doch ohne fremde Hilfe kam der Küfer nicht aus dem tiefen Felsloch. Da wies ihn einer der Lindwürmer an, sich an seinem Drachenschwanz festzuhalten. Und so gelangte der Küfer, mit dem Drachen durch die Lüfte fliegend, wieder auf Luzerner Boden. Er dankte Gott dem Allmächtigen für die Hilfe und liess ein Messgewand sticken.
Altes und Neues vereint: Die Kappeler Milchsuppe.

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Die Geschichte von der Kappeler Milchsuppe geht auf eine historische Begebenheit zurück: Im Jahre 1529 zogen die reformierten Zürcher gegen die katholischen Innerschweizer in die Schlacht. Die Reformation hatte einen neuen Glauben gebracht, doch die Alten Eidgenossen wollten nichts davon wissen. Und so näherten sich bei Kappel am Albis die beiden bewaffneten Heere zur entscheidenden Feldschlacht: Auf der einen Seite die Urner, Schwyzer, Unterwaldner und Zuger, auf der andern Seite die Zürcher unter ihrem Reformator Zwingli. Doch gelang im letzen Augenblick ein Handel unter den Heerführern. Und so scharten sich, wie die Legende erzählt, alsbald die bewaffneten Knechte und Ritter aus beiden Lagern um einen grossen Kessel voller Milchsuppe und löffelten friedlich daraus, bis das Behältnis leer war.
Finstere Geister: Die Sage vom wilden Heer.

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Vor nicht allzu langer Zeit kannte jeder im Berner Oberland das wilde Heer. In dunklen, stürmischen Gewitternächten bewegte sich ein wilder, gespensterhafter Zug von hünenhaften Rittern und Recken über die Kreten und Kämme der gebirgigen Landschaft: das wilde Heer. Und wer in solchen Nächten nicht die Türen offen liess, um den wilden Gestalten Einlass zu gewähren, dem drohte Schlimmes. Ein Berner Senn hatte einst dem wilden Heer die Türen geöffnet. Alsbald kehrten die Furcht erregenden Gestalten bei ihm ein. Sie machten Feuer, schlachteten die beste Kuh im Stall und brieten sie über offener Flamme. Der Senn konnte dies nicht mit ansehen. Wütend wollte er die wilde Bande zur Rede stellen. Doch so gross war seine Angst, dass er kein Wort hervorbrachte. Die zechenden Krieger aber luden den Senn ein, mit ihnen zu speisen. Dem zitternden Senn blieb nichts anderes übrig, als von seiner besten Kuh zu essen. Des Morgens, als der Tag anbrach, war der Spuk vorbei. Der Senn ging in den Stall: Da stand seine beste Kuh, als ob nichts geschehen wäre. Nur hinten fehlte ihr ein Stück Fleisch - just jenes Stück, das ihm die wilden Gesellen zum Verzehr gereicht hatten.
Heimliche Liebe: Die Sage vom Tennbach.

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In Tenn liebten sich einst ein Bursche und eine Magd heimlich. Als die Magd noch vor der Ehe ein Kind gebar, warfen die beiden das kleine Wesen in den tosenden Tennbach. Der Frevel blieb verborgen und fand keinen Richter. Doch nach dem Tode mussten die beiden zur Strafe umgehen: Immer bei Vollmond konnte man sehen, wie sich zwei Gestalten unter Jammern und Wehklagen in die stiebenden Strudel des Tennbachs stürzten. Nach einer Weile kehrten die beiden schlotternd zurück und verschwanden in einem Haus. Im Stall des Hauses fand man am folgenden Morgen jeweils zwei Kühe, mit einer Kette zusammengebunden. Schliesslich, nach vielen Jahren, gelang es einem frommen Gottesmann, den Spuk zu bannen. Von da an kamen die beiden endlich zur Ruhe.
Finstere Mächte: Die Sage vom Stier von Uri.

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Eine alte Sage erzählt, wie der Stier zum Wappentier von Uri wurde. Einst soll ein junger Hirte auf der Alp Surenen von durchziehenden Sennen ein junges Lamm geschenkt bekommen haben. Er vernarrte sich so sehr in dieses Jungtier, dass er es sogar taufen wollte. Er schlich in die Kirche, um Taufwasser zu stehlen. Als er das heilige Wasser seinem Lamm über den Kopf goss, da verdunkelte sich die ganze Alp. Es tobte und donnerte, und plötzlich erschien ein entsetzliches schwarzes Ungeheuer. Nur mit Mühe und Not konnte der junge Hirte flüchten. Seither trieb «das Greiss», wie das Ungeheuer genannt wurde, auf der einst so fruchtbaren Alp sein Unwesen. Die Urner berieten, wie sie die unfruchtbar gewordene Alp von dem schrecklichen Wesen befreien konnten. Ein durchreisender Gelehrter sagte ihnen Folgendes: «Schickt einen Stier, den ihr selbst mit reinster Milch aufgezogen habt, und eine Jungfrau auf die Alp. So werdet ihr den Spuk bannen.» Und so taten es die Urner. Nach neun Jahren machte sich die Jungfrau von Attinghausen mit einem kräftigen silbernen Stier auf, um das schreckliche Ungeheuer zu vertreiben. Als sie auf der Alp angelangt war, verdüsterten sich die Gipfel, und ein heftiges Gewitter erschütterte Berg und Tal. Nach geraumer Zeit lichtete sich die Dunkelheit. Die Urner stiegen zur Alp hoch und sahen sowohl das Ungeheuer als auch den silbernen Stier zerfetzt auf dem Alpgrund liegen. Die Jungfrau von Attinghausen aber blieb für immer verschollen. Da sagten die Urner: «Lasst uns den Stier zu unserem Wappentier machen, die Jungfrau aber bewahren wir für immer in unserem Herzen.»