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Einst sagte eine kranke Mutter zu ihren beiden Kindern Rösli und Resli: «Geht in den Wald und sucht mir frisches Farnkraut, es wird mich heilen.» Die beiden Töchter machten sich auf. Doch der Wald wurde immer dichter, weit und breit war kein Farn zu sehen. Resli wurde bald müde, sie hatte einen schlechten Fuss und konnte nur langsam laufen. «Geh du weiter», sagte sie zu ihrer Schwester Rösli, «ich warte hier, bis du den Farn gefunden hast.» Und so ging Rösli weiter, bis sie alsbald auf eine Lichtung kam, auf der ein Häuslein stand. Als sie sich dem Häuslein näherte, kam ein altes, schneeweisses Weiblein heraus. Freundlich fragte sie Rösli, was sie hier mache, aber insgeheim sprach sie einen Zauber, sodass Rösli sich nicht mehr vom Fleck bewegen konnte. Aus Röslis Füssen wuchsen Wurzeln, und bald verwandelte sich das Kind in einen Rosenstock. Nachdem Resli lange Zeit vergeblich gewartet hatte, machte sie sich auf, um ihr Schwesterlein zu suchen. Da kam auch Resli auf die Lichtung mit dem Häuslein, sah den Rosenstock und erkannte ihr Schwesterlein. Das alte Weiblein aber wollte auch Resli verzaubern. Doch Resli flehte die Alte an. Da hatte die Alte Erbarmen und sagte: «Geh zum silbernen See, bring eine Schale silbernes Wasser mit und giesse damit den Rosenstock, so wird dein Schwesterchen erlöst.» Resli machte sich auf. Mit letzter Kraft erreichte sie den silbernen See. Erschöpft kühlte sie ihre müden Füsse im See und gewahrte, dass das silberne Wasser ihren schlechten Fuss heilte. Behände eilte Resli mit einer Schale voll Silberwasser zum Häuschen zurück und begoss den Rosenstock. Da wurde ihre Schwester erlöst. Geschwind machten sich die beiden auf den Weg nach Hause. Und links und rechts vom Weg gab es Farn, so weit das Auge reichte. |